Anstrichberatung

Ob Sie Holz grundieren müssen, entscheidet nicht das Holz, sondern das System, das darauf kommt. Produkte, die ins Holz einziehen – Holzöl, Terrassenlasur, nicht filmbildende Lasur – werden nie grundiert. Produkte, die einen Film auf dem Holz bilden, werden auf rohem Holz fast immer grundiert. Und auf einer tragfähigen alten Beschichtung entfällt die Grundierung ganz: anschleifen und entstauben genügt.

Holz grundieren: ja oder nein? Die Kurzfassung

  • Holzöl, Terrassenlasur, nicht filmbildende Lasur: nie grundieren. Ein Verbot ohne Ausnahme. Die Grundierung verdichtet das Holz, das Produkt kann nicht mehr eindringen und bildet stattdessen einen Film, der abplatzt.
  • Deckende Holzfarbe und filmbildende Lasur auf rohem Holz: grundieren. Es sei denn, das Merkblatt sagt ausdrücklich, dass keine Grundierung nötig ist – und dann nur so weit, wie es dort steht.
  • Tragfähiger Altanstrich: nicht grundieren. Reinigen, matt anschleifen, entstauben, streichen. Nur kahle Stellen über zehn Zentimeter werden örtlich grundiert.
  • Kesseldruckimprägniert, Accoya, Thermoholz: keine Imprägnier- oder Transparentgrundierung. Das Holz ist bereits dauerhaft gemacht.
  • Eine Ausnahme kommt vom Farbton: Weiß und helle Töne auf Holz mit vielen Inhaltsstoffen erzwingen eine pigmentierte, also selbst deckende Grundierung – unabhängig davon, was Sie sonst geplant hatten.

Grundieren ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Teil des Systems. Wer die Grundierung aus Gewohnheit mitkauft, obwohl das Produkt keine braucht, kauft überflüssige Arbeit – und im zweiten Fall sogar Schaden.

Auf dieser Seite
  1. Die Kurzfassung
  2. Regel 1: nicht filmbildend wird nie grundiert
  3. Regel 2: filmbildend auf rohem Holz wird grundiert
  4. Regel 3: auf tragfähigem Altanstrich entfällt sie
  5. Regel 4: modifiziertes Holz wird nicht imprägniert
  6. Die Entscheidungstabelle
  7. Sonderfall: Weiß auf blutendem Holz
  8. Die Benetzungsprobe
  9. Welche Grundierung wofür
  10. Welche Grundierung Sie brauchen und wo Sie sie bekommen
  11. Die häufigsten Fehler
  12. Wo unser Rat aufhört
  13. Häufige Fragen

Regel 1: Ein nicht filmbildendes System wird nie grundiert

Diese Regel spart am meisten Geld und kennt keine Ausnahme. Holzöl, Terrassenlasur und nicht filmbildende Lasuren wie Trebitt Woodcare wirken, indem sie in das Holz eindringen; sie waschen sanft aus statt abzuplatzen, und genau deshalb kann man sie ohne Abschleifen überstreichen.

Eine Grundierung tut das Gegenteil: sie verdichtet die Oberfläche. Darauf kann ein eindringendes Produkt nicht mehr eindringen – es bleibt oben liegen, trocknet zu einem dünnen Film auf, und der reißt und blättert. Sie haben dann nicht nur die Grundierung bezahlt, sondern auch den größten Vorteil des Systems verloren.

Holzfassade mit Trebitt Woodcare in 9809 Night Black, nicht filmbildend und ohne Grundierung gestrichen
Nicht filmbildend gestrichen. Unter Trebitt Woodcare kommt keine Grundierung – das Merkblatt schließt sie ausdrücklich aus.

Erkennen können Sie das am Merkblatt, nicht am Namen – „Lasur“ steht auf beiden Sorten. Bei Jotun sind Trebitt Woodcare, Demidekk Terrasslasyr und Treolje V nicht filmbildend; Trebitt Holzlasur und Trebitt Matt Oljebeis sind filmbildend, obwohl auch sie transparent bleiben. Mehr dazu auf Holzfarbe oder Lasur?

Regel 2: Ein filmbildendes System auf rohem Holz wird grundiert

Roh heißt: kein Film, kein Ölglanz, kein Farbschleier. Dort braucht eine deckende Holzfarbe oder eine filmbildende Lasur eine Grundierung – aus drei Gründen.

Saugverhalten

Rohes Holz saugt ungleich. Hirnholz, die Schnittkante am Brettende, nimmt bis zu 200-mal mehr auf als die Fläche. Die Grundierung gleicht das aus, damit der Deckanstrich überall gleich dick steht.

Haftung

Lose Fasern tragen nichts. Eine eindringende Grundierung verfestigt sie, sodass der Film auf Holz haftet und nicht auf Staub.

Inhaltsstoffe

Harz und Gerbstoffe wandern nach oben und zeichnen sich als braune Ringe im hellen Anstrich ab. Eine Grundierung sperrt sie ab – bei Weiß eine pigmentierte.

Rohes, unbehandeltes Fichtenholz vor dem Grundieren
Rohe Fichte, ungestrichen. Auf diesem Zustand gilt Regel 2 – unter einem filmbildenden System kommt eine Grundierung.

Die eine Einschränkung. Manche Produkte brauchen laut Merkblatt keine Grundierung – Trebitt Matt Oljebeis etwa, aber nur begrenzt: „Grundierung auf weichem Holz nicht erforderlich“, also Fichte, Kiefer, Tanne. Auf harz-, gerbstoffreichem oder fettem Holz bleibt Grundieren die Regel.

Vor jeder Regel steht eine Messung. Holzfeuchte höchstens 18 Prozent, Hirnholz getrennt gemessen – darüber schließen Sie Feuchte ein, und dann hat keine Behandlung Sinn. Dazu: mindestens 5 °C, Luftfeuchte unter 85 Prozent, kein Regen in den nächsten vier bis sechs Stunden, nicht in der prallen Sonne.

Regel 3: Auf einer tragfähigen Altbeschichtung entfällt die Grundierung

Hält der alte Anstrich noch, brauchen Sie keine Grundierung: reinigen, matt anschleifen (P120 bis P150 oder Schleifvlies), entstauben, direkt zwei Anstriche in der Endfarbe. Tragfähig ist dabei eine Messung, keine Meinung – Klebeband- und Kratztest entscheiden. Kommt Anstrichmaterial mit, muss die Schicht bis auf gesundes Holz herunter, und Sie sind wieder bei Regel 2.

Die Zehn-Zentimeter-Schwelle

Bei Renovierungen ist der Untergrund fast nie einheitlich. Dafür gibt es eine feste Maßzahl:

Kahle StelleWas Sie tunWarum
kleiner als 10 cmnicht grundierenDer umgebende Altanstrich trägt. Eine Grundierung zeichnet sich hier eher ab, als dass sie nützt.
größer als 10 cmörtlich grundierenSaugverhalten und Inhaltsstoffe spielen wieder eine Rolle.
teils kahl, teils beschichtetpigmentierte statt transparenter GrundierungGenau dafür ist sie entwickelt: sie deckt den Farbunterschied mit ab.

Grundiert wird bei einer Renovierung also die Stelle, nicht die Wand – und wenn doch die ganze Fläche, dann als bewusste Entscheidung, nicht als Reflex.

Regel 4: Modifiziertes und imprägniertes Holz wird nicht imprägniert

Kesseldruckimprägniertes Holz, Accoya und Thermoholz bekommen keine Imprägnier- und keine transparente Grundierung, unabhängig vom System. Das Holz ist bereits dauerhaft gemacht – eine Imprägniergrundierung wiederholt eine Arbeit, die die Fabrik schon erledigt hat, und arbeitet gegen das Material.

Rohes Accoya-Holz, modifiziert und ohne Imprägniergrundierung zu streichen
Accoya, roh. Modifiziertes Holz bekommt keine Imprägniergrundierung – die Dauerhaftigkeit steckt schon im Material.

Die pigmentierte Grundierung fällt nicht unter dieses Verbot. Sie ist auf kesseldruckimprägniertem Holz werksseitig freigegeben und folgt der Farbregel: unter einem dunklen oder mitteltiefen deckenden Ton brauchen Sie sie nicht, unter Weiß oder einem hellen Ton schon – und ebenso örtlich auf sichtbaren Ästen. Das ist eine Farbregel, keine Imprägnierregel.

Frisch geliefertes Kesseldruckholz ist zudem nass, oft 25 bis 30 Prozent. Im Netz finden Sie Wartezeiten von sechs Wochen bis sechs Monaten – verlassen Sie sich auf keine davon. Die einzige Freigabe ist eine Messung unter 18 Prozent.

Die Entscheidungstabelle

Die vier Regeln in einer Tabelle. Links der Zustand Ihres Holzes, oben das System, das Sie streichen wollen.

AusgangslageNicht filmbildend (Öl, Terrassenlasur, Woodcare)Filmbildende LasurDeckende Holzfarbe
Roh und neu, unbehandelt, nicht modifiziertnein – Verbotja, transparente Grundierungja, transparent; bei Weiß oder Hell auf blutendem Holz pigmentiert
Roh und neu, weiches Holz, Merkblatt stellt freineinnein, wenn das Merkblatt es freistelltja
Kesseldruckimprägniert (KDI, grün oder braun)neinneinbei dunklem oder mitteltiefem Ton nein; bei Weiß oder hellem Ton und bei sichtbaren Ästen pigmentierte Grundierung
Accoya, Thermoholz, modifiziertneinneinnein – siehe Grenzen
Tragfähiger Altanstrich, gleicher oder dunklerer TonAltfilm muss erst vollständig herunternein, anschleifen genügtnein, anschleifen genügt
Tragfähig, aber Farbwechsel oder ungleichmäßiger UntergrundAltfilm muss erst herunternur auf gleichmäßigem Untergrund sinnvollja, pigmentierte Grundierung
Teils kahl, teils beschichtetAltfilm muss erst herunternur auf gleichmäßigem Untergrundja auf den kahlen Stellen über 10 cm, pigmentiert
Vergraut, unbehandelt, nach Entgrauen und Schleifenneinja – es ist wieder rohes Holzja
Leinölhaltiger AltanstrichImmer vollständig bis auf rohes Holz entfernen. Danach gilt die Zeile „roh und neu“.
Innen, Äste oder Flecken schlagen durchneinneinja, isolierende Innengrundierung, 2 Schichten

Die teuerste Zeile, wenn Sie sie übersehen: leinölhaltige Altanstriche – etwa Perkoleum – müssen immer vollständig herunter. Nicht anschleifen, nicht mattieren, weg. Sonst folgt Blasenbildung, und zwar erst Monate später, wenn die Arbeit längst bezahlt ist.

Sonderfall: Weiß und helle Töne auf blutendem Holz

An einer einzigen Stelle bestimmt der Farbton, ob und womit grundiert wird: Wer Holz mit vielen Inhaltsstoffen weiß oder hell deckend streicht, braucht eine pigmentierte Grundierung, nicht die transparente.

Harz und Gerbstoffe wandern mit der Feuchtigkeit nach oben und färben den Anstrich von unten braun. Bei einem dunklen Ton sieht das niemand; bei Weiß zeichnet sich nach ein paar Wochen jeder Ast als gelbbrauner Ring ab, und Überstreichen hilft nicht. Betroffen sind vor allem Kiefer und Douglasie (Harz, große Äste), Eiche und Western Red Cedar (Gerbstoffe) sowie tropische Hölzer.

Rohe Kiefer mit großen harzreichen Ästen, die unter hellen Anstrichen durchbluten
Kiefer, roh. An den großen harzreichen Ästen schlägt unter Weiß am ehesten etwas durch.
Weiß gestrichenes Holz mit sichtbarer Struktur, Detailaufnahme
Weiß deckend. Genau hier zahlt sich die pigmentierte Grundierung aus – oder rächt sich ihr Fehlen.

Auch Holz mit wenig Gerbstoff kann durchbluten, wenn es Wochen unbehandelt draußen lag. Rohes Holz sollte deshalb nicht länger als sechs Wochen unbeschichtet stehen – erste Bläuepunkte zeigen sich nach etwa zwei Wochen.

In unserem deutschen Sortiment füllt Drygolin Vindu og Dør diese Aufgabe. Für innen – durchschlagende Äste, Nikotin, Ruß, Wasserflecken – ist Kvist og Sperregrunning die isolierende Grundierung, zwei Schichten.

Die Benetzungsprobe: der Test, der zwei Minuten dauert

Die schwierigste Frage bei einer Renovierung ist nicht, ob der Altanstrich hält, sondern wie stark der Untergrund saugt. Dafür genügt ein Glas Wasser:

  • Eine unauffällige Stelle anschleifen und abstauben.
  • Einen Wassertropfen daraufsetzen.
  • Zieht der Tropfen schnell ein – der Untergrund saugt. Grundieren, damit die Fläche überall gleich saugt.
  • Bleibt der Tropfen stehen – es liegt noch Film oder Fett auf der Fläche. Dann ist nicht Grundieren die Antwort, sondern Reinigen, Entfetten oder Entfernen.

Öl und nicht filmbildende Lasuren müssen einziehen können; liegt noch ein Film auf der Fläche, bleiben sie klebrig.

Welche Grundierung wofür

Drei Aufgaben, drei Produkte – alle in unserer Kategorie Grundierungen.

Jotun Tregrunning Klar, transparente Holzgrundierung für außen
Tregrunning Klar – die farblose Holzgrundierung für außen. Der Standardweg auf rohem Holz unter filmbildenden Systemen.
Jotun Drygolin Vindu og Dør, deckende Holzfarbe und pigmentierte Grundierung
Drygolin Vindu og Dør – die pigmentierte Grundierung bei Weiß und hellen Tönen auf blutendem Holz und bei Renovierung mit teils kahlem Holz.
Jotun Kvist og Sperregrunning, isolierende Grundierung für innen
Kvist og Sperregrunning – die Holzgrundierung für innen, gegen durchschlagende Äste, Nikotin, Ruß und Wasserflecken.
 Tregrunning KlarDrygolin Vindu og DørKvist og Sperregrunning
Aufgabetransparente Grundierung außenpigmentierte Grundierung (und Deckanstrich)isolierende Grundierung innen
Basislösemittelhaltiglösemittelhaltig, auf Ölbasiswasserbasiert
Ergiebigkeit gehobelt12–16 m²/L10–16 m²/L8–10 m²/L
Ergiebigkeit sägerau4–7 m²/L5–8 m²/L8–10 m²/L
Schichten1 rundum1 als Grundierung, 10–15 % verdünnt2
Überstreichbar nach24 Stunden24 Stunden12 Stunden
Verarbeitungstemperaturab +5 °Cab −5 °Cab +5 °C
Holzfeuchtemaximal 18 % – für alle drei

Drei Arbeitsregeln, die auf keinem Etikett stehen: Hirnholz drei- bis viermal nass in nass sättigen – dort versagt ein Anstrich zuerst. Zugeschnittene Teile vor der Montage rundum behandeln; das kann die Haltbarkeit verdoppeln. Und Kanten mit etwa 2 mm Radius runden, denn auf einer scharfen Kante bleibt jede Schicht zu dünn.

Wie viel Sie brauchen

Der größte Kostenfaktor ist nicht der Literpreis, sondern die Oberfläche: zwischen gehobelt und sägerau liegt fast der Faktor drei.

OberflächeErgiebigkeitBedarf für 100 m², 1 Anstrich
gehobelt12–16 m²/Lrund 6 bis 8 Liter
sägerau4–7 m²/Lrund 14 bis 25 Liter

Wer 100 m² sägeraue Fassade vor Trebitt Woodcare grundiert, kauft bis zu 25 Liter Grundierung, die dort nichts zu suchen haben. Umgekehrt gilt Regel 2 genauso hart: eine Schicht zu viel kostet Geld, eine Schicht zu wenig kostet die Fassade.

Welche Grundierung Sie brauchen und wo Sie sie bekommen

Drei Grundierungen im Programm, jede für genau eine Aufgabe – und ein Produkt, das gar keine braucht.

Transparent grundieren, außen

Tregrunning Klar – farblose Grundierung auf Lösemittelbasis, nicht filmbildend. Gleicht das Saugverhalten an, bevor eine filmbildende Lasur darüberkommt.

Tregrunning Klar im Shop

Zur Produkterklärung

Pigmentiert grundieren

Drygolin Vindu og Dør – pigmentierte Grundierung auf Lösemittelbasis, seidenglänzend. Deckt den Untergrund ab, bevor ein heller oder weißer Ton darüberkommt.

Drygolin Vindu og Dør im Shop

Zur Produkterklärung

Innen: Äste und Flecken abdecken

Kvist og Sperregrunning – isolierende Grundierung auf Wasserbasis, matt, für innen. Hält Äste und Holzinhaltsstoffe zurück, damit sie nicht durch den hellen Anstrich schlagen.

Kvist og Sperregrunning im Shop

Zur Produkterklärung

Gar keine Grundierung

Trebitt Woodcare – zieht ins Holz ein statt einen Film zu bilden und wird nie grundiert. Eine Grundierung verdichtet das Holz und nimmt dem Produkt genau das, wovon es lebt.

Trebitt Woodcare im Shop

Die häufigsten Fehler

  • Grundierung unter Öl oder Terrassenlasur. Der teuerste Reflex: bezahlt, überflüssig und schädlich in einem.
  • Grundierung über einen bestehenden Anstrich. Eine Imprägnierung, die nicht einziehen kann, bleibt als Glanz liegen. Grundierungen gehören auf Holz, nicht auf Farbe.
  • Transparent grundieren, wenn Weiß geplant ist. Der Ton verlangt die pigmentierte Grundierung. Der Fehler zeigt sich erst nach Wochen – dann als Ring um jeden Ast.
  • Imprägniertes Gartenholz zusätzlich imprägnieren. Der größte Fehler nach Volumen, weil Kesseldruckholz das häufigste Material im Garten ist.
  • Vor der Freigabe streichen. Über 18 Prozent Holzfeuchte schließen Sie Wasser ein. Kein Produkt der Welt repariert das.
  • Deckanstrich auf klebrige Grundierung. Staubtrocken ist nicht überstreichbar: bei Tregrunning Klar liegen dazwischen 8 und 24 Stunden.

Wo unser Rat aufhört

Deckend auf Accoya. Hier passen die Regeln nicht zusammen: deckende Produkte verlangen auf rohem Holz eine Grundierung, Regel 4 verbietet auf modifiziertem Holz die Imprägniergrundierung, und die einzige isolierende Grundierung im deutschen Programm ist ein Innenprodukt. Für Accoya außen deckend haben wir deshalb keine fertige Lösung – fragen Sie uns lieber vorher.

 

Häufige Fragen zum Grundieren von Holz

Muss man Holz grundieren?

Nicht immer – vier Regeln entscheiden das, und alle vier hängen am System, nicht am Holz. Ein nicht filmbildendes System (Öl, Terrassenlasur, nicht filmbildende Lasur) wird nie grundiert. Ein filmbildendes System auf rohem, nicht modifiziertem Holz wird grundiert, außer das Merkblatt erklärt das Produkt zum Eintopfsystem. Auf einer tragfähigen alten Beschichtung genügen Anschleifen und Entstauben.

Muss man Holz vor dem Lasieren grundieren?

Von den drei Lasuren im Programm braucht nur eine auf rohem Holz immer eine Grundierung. Eine filmbildende Lasur wie Trebitt Holzlasur bekommt auf rohem Holz eine transparente Grundierung. Eine nicht filmbildende Lasur wie Trebitt Woodcare bekommt nie eine – sie muss einziehen können. Trebitt Matt Oljebeis liegt dazwischen: auf weichem Holz laut Merkblatt keine Grundierung nötig, auf harz- oder gerbstoffreichem Holz schon.

Ist beim Fassade streichen eine Grundierung notwendig?

Bei einer rohen, unbehandelten Holzfassade unter deckender Farbe: ja. Bei tragfähigem Altanstrich: nein, dort genügen Reinigen und Anschleifen; nur kahle Stellen über zehn Zentimeter werden örtlich grundiert. Bei modifizierter Fassade: nein. Und wenn Sie mit Öl oder einer nicht filmbildenden Lasur arbeiten: nie.

Welche Holzgrundierung für außen?

Zwei Grundierungen kommen für außen infrage, und der Ton des Deckanstrichs entscheidet welche. Für rohes Holz unter einem filmbildenden System die farblose Grundierung Tregrunning Klar, tief eindringend mit UV-Schutz. Bei Weiß und hellen Tönen auf Holz mit vielen Inhaltsstoffen und bei Renovierungen mit teils kahlem Holz nehmen Sie stattdessen die pigmentierte Grundierung Drygolin Vindu og Dør.

Welche Holzgrundierung für innen?

Für innen ist Kvist og Sperregrunning die richtige Wahl: eine wasserbasierte, isolierende Grundierung gegen durchschlagende Äste, Nikotin, Ruß und Wasserflecken, in zwei Schichten aufgetragen und nach 12 Stunden überstreichbar. Tregrunning Klar und Drygolin Vindu og Dør sind Außenprodukte.

Was passiert, wenn man Holz nicht grundiert?

Drei Dinge gehen schief, und alle drei zeigen sich erst nach Jahren. Unter einem filmbildenden System auf rohem Holz steht die Farbe auf stark saugenden Stellen dünner, haftet auf losen Fasern statt auf Holz, und Harz oder Gerbstoffe zeichnen sich unter hellen Tönen als braune Ringe ab. Der Schaden zeigt sich meist erst nach ein paar Jahren als örtliche Ablösung. Unter einem nicht filmbildenden System passiert dagegen gar nichts – dort ist das Weglassen richtig.

Muss man kesseldruckimprägniertes Holz grundieren?

Keine Imprägnier- und keine transparente Grundierung – das Holz ist bereits dauerhaft gemacht. Unter einem dunklen oder mitteltiefen deckenden Ton streichen Sie direkt. Bei Weiß oder einem hellen Ton und auf sichtbaren Ästen kommt dagegen eine pigmentierte Grundierung darunter. Vorher gilt in jedem Fall: unter 18 Prozent Holzfeuchte trocknen lassen.

Wie lange muss Grundierung trocknen, bevor gestrichen wird?

Bei Tregrunning Klar: staubtrocken nach 8 Stunden, überstreichbar nach 24 Stunden. Kvist og Sperregrunning ist nach 12 Stunden überstreichbar. Wichtig ist der Unterschied zwischen den beiden Zahlen – nie überstreichen, solange die Grundierung noch klebt. Unter 5 °C verlängern sich diese Zeiten deutlich.

Wie lange darf grundiertes Holz ohne Deckanstrich stehen?

Tregrunning Klar nennt bis zu vier Wochen Bewitterungsschutz. Das ist die Obergrenze bis zum Deckanstrich, kein Dauerzustand: eine Imprägnierung ohne Deckschicht müsste jährlich wiederholt werden. Für unbehandeltes, nicht grundiertes Holz ist die Frist noch kürzer – erste Bläuepunkte nach etwa zwei Wochen, höchstens sechs Wochen draußen.

Warum muss man Holz grundieren?

Aus drei Gründen, und alle drei gelten nur für filmbildende Systeme: die Grundierung gleicht das Saugverhalten aus, damit der Deckanstrich überall gleich dick steht; sie bindet lose Fasern, damit die Farbe auf Holz haftet und nicht auf Staub; und in pigmentierter Form hält sie Harz und Gerbstoffe zurück, die sich sonst unter hellen Tönen als braune Ringe abzeichnen. Zieht Ihr Produkt ins Holz ein, entfällt jeder dieser drei Gründe – dann ist die Grundierung nicht überflüssig, sondern schädlich.

Welche Grundierung für unbehandeltes Holz?

Das hängt am System, nicht am Holz: kommt ein nicht filmbildendes Produkt darauf, gar keine. Für ein filmbildendes Produkt draußen ist es Tregrunning Klar, überstreichbar nach 24 Stunden. Bei Weiß oder hellen Tönen auf harz- und gerbstoffreichem Holz nehmen Sie stattdessen die pigmentierte Grundierung Drygolin Vindu og Dør. Drinnen ist es Kvist og Sperregrunning, in zwei Schichten und nach 12 Stunden überstreichbar.

Wie bereite ich altes Holz vor dem Lasieren richtig vor?

Reinigen, matt anschleifen, entstauben – und nicht grundieren. Auf einer tragfähigen alten Beschichtung ist eine Grundierung überflüssig; nur kahle Stellen über zehn Zentimeter werden örtlich grundiert. Prüfen Sie vorher mit der Benetzungsprobe, ob die alte Schicht noch trägt, und messen Sie die Holzfeuchte: unter 18 Prozent streichen, darüber warten.

Bei welcher Temperatur und Holzfeuchte darf ich streichen?

Ab 5 °C und unter 18 Prozent Holzfeuchte. Die 18 Prozent gelten für jedes Produkt im Programm; bei der Temperatur ist Drygolin Vindu og Dør die Ausnahme, das laut Datenblatt ab minus 5 °C verarbeitet werden darf. Unter der Mindesttemperatur verlängern sich Trocken- und Überstreichzeiten deutlich, über 18 Prozent schließen Sie Feuchtigkeit unter dem Anstrich ein. Messen ist zuverlässiger als der Kalender.

Muss ich neues Holz sofort streichen?

Am besten allseitig, vor oder unmittelbar nach der Montage. Rohes Holz draußen zeigt nach etwa zwei Wochen die ersten Bläuepunkte und sollte nicht länger als sechs Wochen unbehandelt stehen. Und es sind gerade die Flächen, an die Sie nach der Montage nicht mehr herankommen – Rückseiten und vor allem Kopfenden – an denen ein Anstrich zuerst versagt.

Weiterlesen

Alle Grundierungen im Shop

Unsicher, welche Zeile Ihre ist? Schreiben Sie uns, welches Holz Sie vor sich haben, in welchem Zustand es ist und welches Produkt Sie streichen möchten – dann sagen wir Ihnen, ob eine Grundierung dazugehört und welche. Wenn wir es nicht sicher wissen, sagen wir das auch.