Accoya streichen, lasieren und ölen: das passende System
Holzart
Accoya ist modifiziertes (acetyliertes) Holz, sehr formstabil und dauerhaft, mit der gleichmäßigsten Maserung überhaupt und darum der beste Träger für Farbe und Lasur. Beim Streichen ist Accoya das dankbarste Holz: Es saugt gleichmäßig, braucht keine Imprägniergrundierung und hält am längsten. Zwei Dinge sollten Sie wissen: Das Holz ist leicht sauer, deshalb kommt ausschließlich Edelstahl A4 infrage, und trotz Modifizierung schützt nur Pigment vor dem Vergrauen. Hier erklären wir das Holz, die passende Farbe und das richtige Jotun-System.

Rohes Holz im Vergleich



Rohes, unbehandeltes Holz. So unterschiedlich starten die Holzarten, bevor Öl, Lasur oder Deckfarbe darauf kommen.
Accoya im Steckbrief
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Art | modifiziertes Holz (acetyliert) |
| Holzfeuchte bei Lieferung | 3 bis 5 %, direkt streichfertig |
| Formstabilität | sehr formstabil, quillt und schwindet kaum |
| Gebrauchsklasse | GK 3 nach EN 335 (Fassade außen, ohne Erdkontakt) |
| pH-Wert | 3 bis 5 (leicht sauer) |
| Charakter | gleichmäßigste Maserung, der beste Farbträger |
Angaben zum modifizierten Holz nach Herstellerdaten, die Streich- und Verbrauchsdaten nach den technischen Datenblättern von Jotun.
Was Accoya besonders macht und was das fürs Streichen bedeutet
Accoya ist das dankbarste Holz zum Streichen, und dafür gibt es drei Gründe.
Der beste Farbträger
Accoya hat die gleichmäßigste Maserung und saugt gleichmäßig, Brett für Brett gleich. Farbe und Lasur fallen darum sehr ruhig aus, und das Holz braucht keine Imprägniergrundierung.
Modifiziert, aber UV bleibt
Die Acetylierung schützt gegen Fäulnis und Insekten, aber nicht gegen UV. Gegen das Vergrauen bleibt Pigment nötig, denn ein farbloses System vergraut auch auf Accoya.
Leicht sauer
Durch die Essigsäurereste ist Accoya leicht sauer. Verwenden Sie ausschließlich Edelstahl A4, auch im Binnenland.
Welches Jotun-System passt zu Accoya?
Bei Accoya gilt die Modifiziert-Regel: nie zusätzlich imprägnieren oder grundieren, das Holz ist bereits streichfertig. Das gilt für filmbildende wie für nicht filmbildende Systeme. Nach dem Jotun-Holzschema führt der Weg auf Accoya über wasserbasierte Systeme.
Halbdeckende Lasur
Für eine sichtbare Maserung Jotun Trebitt Woodcare, unverdünnt und in 1 bis 2 dünnen Schichten. Weil Accoya so gleichmäßig saugt, fällt die Lasur besonders ruhig aus.
Deckfarbe, für die längste Ruhe
2 bis 3 Schichten Demidekk Cleantech oder Demidekk Infinity Pure Matt, direkt auf das Holz. Für Fenster und Türen Demidekk Infinity Details.
Weiß und helle Töne
Unter Weiß und hellen Tönen setzen Sie als Farbmaßnahme eine pigmentierte Grundierung darunter. Das ist die einzige Grundierung, die auf modifiziertem Holz noch vorkommt; eine Imprägniergrundierung braucht Accoya nicht.
So bereiten Sie Accoya richtig vor
Accoya wird mit sehr niedriger Holzfeuchte (3 bis 5 Prozent) geliefert und ist direkt streichfertig. Grundieren oder imprägnieren Sie nie zusätzlich, das Holz ist bereits modifiziert. Schleifen und entfetten Sie auch nicht unnötig: Accoya kommt werkstrocken und sauber an, und zu grobes Vorgehen stört die Oberfläche eher, als dass es hilft. Reinigen Sie nur leicht mit Jotun Kraftvask und verwenden Sie ausschließlich Edelstahl A4. Die Hirnholzkanten bleiben trotz Modifizierung die schwache Stelle: Sättigen Sie sie drei- bis viermal nass-in-nass und behandeln Sie jeden frischen Sägeschnitt sofort. Rechnen Sie für die erste Schicht nur 5 bis 10 Prozent mehr, denn Accoya saugt wenig und sehr gleichmäßig.
Der helle Grundton und wie er im Anstrich durchkommt
Accoya hat einen hellen, strohgelben Grundton mit einem grauen Unterton, ruhig und sehr gleichmäßig. Neben Douglasie wirkt es heller und neutraler, neben Lärche weniger rosa, wie oben im Rohholz-Vergleich zu sehen.
Genau diese Gleichmäßigkeit macht Accoya zum besten Farbträger: Jede Lasur fällt Fläche für Fläche gleich aus, ohne Flecken. Weil eine Lasur halbtransparent ist, scheint der helle Grund durch und lässt Farbtöne klar wirken.
Saugverhalten, Sägeart und Verbrauch
Accoya saugt wenig und sehr gleichmäßig, deshalb fällt jeder Anstrich ruhig und fleckenfrei aus. Rechnen Sie für die erste Schicht nur 5 bis 10 Prozent mehr, gegenüber 15 bis 20 Prozent bei Weichholz.
Noch wichtiger als die Holzart ist die Sägeart. Sägeraues Holz saugt etwa doppelt so viel wie gehobeltes, bei einer transparenten Grundierung sogar in Richtung des Dreifachen, und es fällt im selben Ton eine Nuance dunkler und matter aus. Die genauen Verbrauchswerte finden Sie in den häufigen Fragen. Die Hirnholzkanten bleiben trotz Modifizierung die schwache Stelle und werden separat gesättigt.
Ganz transparent: Öl und Klarlasur und warum UV hier am schnellsten wirkt
Ein farbloses Öl oder eine klare Lasur zeigt die Maserung am stärksten, bildet keinen Film und kann nicht abblättern. Ohne Pigment oder mit nur wenig Pigment fehlt allerdings der UV-Schutz. Das Pigment ist der Sonnenschutz des Holzes.
UV-Licht zersetzt das Lignin (mehr dazu unter Vergrauung), und je weniger Pigment darüberliegt, desto schneller geschieht das. Eine farblose Behandlung hat darum das kürzeste Wartungsintervall: Oft ist schon nach etwa einem Jahr nachzuarbeiten. Ein getöntes Öl hält länger, meist zwei bis drei Jahre. Faustregel: Mehr Pigment bedeutet mehr UV-Schutz und ein längeres Intervall, aber weniger sichtbare Maserung.
Warum eine Lasur mit jeder Schicht nachdunkelt
Eine halbtransparente Lasur fällt auf rohem Accoya zunächst eine Nuance heller aus als das Farbmuster. Mit jeder weiteren Schicht wird der Ton dunkler und voller. Das ist kein Fehler, sondern das Prinzip dahinter: Mehr Pigment und mehr Schichtdicke bedeuten mehr UV-Schutz und ein längeres Wartungsintervall, aber auch weniger sichtbare Maserung. Wer transparent nachpflegt, bekommt mit jedem Pflegezyklus eine etwas dunklere Fassade.
So baut sich die Farbe auf: roh, nach 1 und nach 2 Anstrichen
Eine halbtransparente Lasur wie Jotun Trebitt Woodcare lässt die Maserung sichtbar und wird mit jeder Schicht dunkler und voller. Hier drei beliebte Töne auf Accoya, von hell bis dunkel, jeweils roh, nach dem 1. und nach dem 2. Anstrich.









Gerenderte Muster auf Basis der Jotun Trebitt Woodcare-Farbtonkarte. Bildschirmfarben können abweichen, verbindlich ist der Farbfächer.
Deckend streichen: die Deckfarbe für das gleichmäßigste und langlebigste Erscheinungsbild
Eine Deckfarbe wie Jotun Demidekk Cleantech oder Demidekk Infinity Pure Matt deckt die Maserung ab, die Holzstruktur bleibt aber sichtbar. Das ist die Wahl für das längste Wartungsintervall: an einer Nordfassade etwa 10 bis 12 Jahre, an der Südseite 5 bis 6. Auf dem gleichmäßig saugenden Accoya fällt sie besonders ruhig aus.
Der Aufbau ist hier kürzer als auf rohem Weichholz: Sie tragen direkt 2 bis 3 Schichten Deckfarbe auf. Eine Imprägniergrundierung wie Tregrunning Klar gehört auf modifiziertes Holz ausdrücklich nicht darunter, sie kann nicht mehr eindringen und setzt die Oberfläche nur zu. Nur unter Weiß und hellen Tönen kommt als Farbmaßnahme eine pigmentierte Grundierung dazu.
Warum Holz vergraut und wie Sie es steuern
Vergrauen ist weder Schmutz noch Schimmel, sondern chemischer Abbau. UV-Licht zersetzt das Lignin, den natürlichen Klebstoff zwischen den Holzfasern, Regen wäscht die Abbauprodukte aus, und zurück bleiben lose graue Zellulosefasern. Dieses graue Holz ist totes Holz und muss vor jedem neuen System zurückgeschliffen werden.
Accoya vergraut unbehandelt langsam und gleichmäßig. Wichtig ist die Modifiziert-Regel: Die Acetylierung schützt gegen Fäulnis, nicht gegen UV. Gegen das Vergrauen bleibt darum Pigment nötig.
Wenn Sie den Grau-Look möchten: Lassen Sie das Holz nicht roh vergrauen, sondern behandeln Sie es mit einer transparenten oder halbtransparenten Grau-Lasur. Die legt vom ersten Tag an ein gleichmäßiges Grau über die ganze Fläche, das Pigment bremst den weiteren UV-Abbau, und die Maserung bleibt sichtbar.
Vorteile und Grenzen von Accoya
Vorteile
Der beste und gleichmäßigste Farbträger mit der längsten Standzeit. Sehr formstabil, quillt und schwindet kaum, streichfertig geliefert und ohne Imprägniergrundierung, das spart einen Arbeitsschritt und ein Produkt. Die Maserung ist ruhig, gerade und nahezu astfrei.
Zu beachten
Trotz Modifizierung schützt nur Pigment vor dem Vergrauen, ein farbloses System hält das Bild nicht. Wegen der leichten Säure ausschließlich Edelstahl A4. Die Hirnholzkanten bleiben die schwache Stelle, und nach dem Jotun-Holzschema sind wasserbasierte Systeme die Basis.
Häufige Fragen zur Behandlung von Accoya
- Muss ich Accoya behandeln, wenn es bereits modifiziert ist?
- Was macht Accoya beim Streichen anders als jedes andere Holz?
- Welche Oberflächenbehandlung passt: Öl, Lasur oder deckend?
- Benötige ich eine Grundierung auf Accoya?
- Wie behandle ich die Hirnholzkanten bei Accoya?
- Wie behandle ich Accoya vor und nach der Montage?
- Welche Befestigungen verwende ich bei Accoya?
- Welche Holzfeuchte vor dem Streichen?
- Vergraut Accoya, und kann ich das rückgängig machen?
- Welche Jotun-Systeme kommen auf Accoya zum Einsatz?
- Wie viel Farbe oder Lasur benötige ich pro Quadratmeter?
- Häufigste Fehler, Wartung und die lange Holzgarantie
Muss ich Accoya behandeln, wenn es bereits modifiziert ist?
Ja. Die Modifizierung bedeutet eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis, Pilzbefall und Insekten, aber nicht gegen UV-Strahlung und nicht gegen Vergrauung. Unbehandeltes Accoya vergraut langsam und dabei ungewöhnlich gleichmäßig, deutlich ruhiger als Weichholz, grau wird es am Ende trotzdem. Möchten Sie die Farbe erhalten oder eine bestimmte Optik erzielen, ist eine Behandlung also erforderlich. Eine Beschichtung bietet zudem zusätzlichen Schutz gegen Wasseraufnahme, vor allem an den Hirnholzkanten: Die Acetylierung reicht bis in den Kern, aber die Oberfläche profitiert von einer zusätzlichen feuchtigkeitsabweisenden Schicht.
Was macht Accoya beim Streichen anders als jedes andere Holz?
Drei Eigenschaften kommen zusammen:
- Es nimmt Feuchtigkeit anders auf. Accoya saugt weniger Wasser und Feuchtigkeit auf als gewöhnliches Holz. Das ist hervorragend für die Formstabilität, und es ist der Grund, warum hier keine Imprägniergrundierung mehr daruntergehört: Sie könnte gar nicht mehr richtig eindringen.
- Es ist durch Essigsäurereste leicht sauer (pH-Wert etwa 3 bis 5), vergleichbar mit Red Cedar oder Eiche. Eine Befestigung aus Edelstahl A4 ist deshalb Pflicht, auch im Binnenland.
- Es ist außergewöhnlich formstabil. Die Farbschicht wird weniger vom arbeitenden Holz beansprucht, und genau das macht Accoya zum Untergrund mit der längsten Standzeit.
Welche Oberflächenbehandlung passt: Öl, Lasur oder deckend?
Deckend (Wartung nach 10 bis 12 Jahren an der Nordseite, 5 bis 6 an der Südseite):
Die meistempfohlene Lösung für Fensterrahmen, Türen und hochwertige Fassaden. Eine Imprägniergrundierung wie Tregrunning Klar entfällt auf Accoya; nur unter Weiß und hellen Tönen setzen Sie Drygolin Vindu og Dør als pigmentierte Grundierung ein. Darauf kommen 2 bis 3 Schichten Demidekk Cleantech oder, für Fensterrahmen, Demidekk Infinity Details.
Halbdeckend (Wartung nach 3 bis 4 Jahren):
Trebitt Woodcare im gewünschten Farbton, für alle, die die Maserung sichtbar halten möchten. Ein Ein-Topf-System: keine Grundierung, nicht verdünnen, 1 bis 2 dünne Schichten.
Transparent oder Öl (getönt 2 bis 3 Jahre, farblos jährlich):
Treolje V für alle, die die natürliche Farbe sehen möchten. Das verlangt häufigere Wartung, weil der UV-Schutz begrenzt ist, und farblos bedeutet: Sie akzeptieren die Vergrauung.
Benötige ich eine Grundierung auf Accoya?
- Trebitt Woodcare: keine Grundierung, und auch nicht verdünnen. Das Produkt ist ein Ein-Topf-System und darf keinen Film bilden.
- Treolje V: ebenfalls keine Grundierung, ein nicht filmbildendes System wird nie grundiert.
- Deckendes Demidekk in einem dunklen oder mittleren Farbton: ebenfalls keine. Eine Imprägniergrundierung wie Tregrunning Klar ist auf modifiziertem Holz ausdrücklich falsch.
- Deckendes Demidekk in Weiß oder hellen Tönen:Drygolin Vindu og Dør, eine pigmentierte Grundierung auf Lösemittelbasis. Sie steht hier für die Deckkraft des hellen Tons, nicht für eine Imprägnierung.
Das ist der kurze Aufbau, für den Accoya bekannt ist: Reiniger plus Anstrich, ohne Grundierschritt. Weil das Holz wenig und sehr gleichmäßig aufsaugt, brauchen Sie für die erste Schicht nur etwa 5 bis 10 Prozent Reserve statt der 15 bis 20 Prozent bei Weichholz. Tragen Sie trotzdem dünn und gleichmäßig auf: Was das Holz nicht aufnimmt, bleibt an der Oberfläche stehen und bildet Läufer.
Wie behandle ich die Hirnholzkanten bei Accoya?
Wichtig: Auch wenn Accoya bis in den Kern acetyliert ist, brauchen die Hirnholzkanten (die gesägten Schnittflächen) dennoch eine Behandlung. Dort ist das Holz poröser, und bei Feuchtigkeitswechseln können natürliche Stoffe und Essigsäurereste austreten. So gehen Sie vor:
- Sättigen Sie die Kanten drei- bis viermal nass-in-nass, und zwar mit dem Produkt, mit dem Sie auch die Fläche behandeln. Eine Imprägniergrundierung wie Tregrunning Klar ist auch an dieser Stelle nicht der Weg, denn die Modifiziert-Regel gilt für das ganze Bauteil.
- Behandeln Sie bei Fensterrahmen und Terrassendielen jeden frischen Sägeschnitt sofort, nicht erst später.
Der Hersteller des Holzes empfiehlt darüber hinaus, alle Hirnholzkanten mit einem speziellen Hirnholzversiegler (end-grain sealer) abzudichten. Fragen Sie das bei Ihrem Accoya-Lieferanten nach, es ist kein Jotun-Produkt.
Wie behandle ich Accoya vor und nach der Montage?
Behandeln Sie das Holz rundum, wie bei jeder Fassadenverkleidung:
- Vor der Montage: 1 Schicht Ihres Systems auf allen Seiten. Die Schicht Tregrunning Klar, die auf rohem Weichholz an dieser Stelle üblich ist, entfällt auf Accoya. Behandeln Sie bei Fensterrahmen auch die Glasfalze (die Einkerbungen, in die das Glas eingesetzt wird) vollständig mit.
- Nach der Montage: 1 bis 2 Schichten auf der Sichtseite.
Speziell für Fensterrahmen: Nachdem die Dichtmasse (eine Acrylat- oder Polyurethan-Dichtmasse, kein Silikon) aufgetragen und ausgehärtet ist, können Sie diese für eine saubere Optik überstreichen.
Welche Befestigungen verwende ich bei Accoya?
Edelstahl A4 (316) ist Pflicht, auch im Binnenland, wegen der leicht sauren Eigenschaft des Holzes und der hochwertigen Anwendungen, in denen Accoya meist verbaut wird. Es gibt keine Alternativen: kein blanker Stahl, kein verzinkter Stahl, kein Kupfer, kein Messing. Die Mehrkosten für A4 fallen gegenüber dem Preis und der Nutzungsdauer von Accoya kaum ins Gewicht.
Welche Holzfeuchte vor dem Streichen?
Accoya wird mit etwa 3 bis 5 % Holzfeuchte geliefert, außergewöhnlich niedrig dank der Acetylierung. In der Praxis ist das Holz also sofort streichfertig, ohne Trocknungszeit, sofern es trocken gelagert wurde. Nur im Zweifelsfall, etwa nach langer nasser Lagerung, messen Sie mit einem Feuchtemessgerät nach und warten bei über 12 % ab. Achten Sie außerdem auf die üblichen Bedingungen: Oberflächentemperatur mindestens +5 °C und mindestens 3 °C über dem Taupunkt, Luftfeuchtigkeit unter 85 %, und in den ersten Stunden nach dem Auftragen kein Regen.
Vergraut Accoya, und kann ich das rückgängig machen?
Ja. Unbehandelt vergraut auch Accoya, weil UV-Strahlung die Oberfläche abbaut, genau wie bei jeder anderen Holzart. Der Unterschied ist, dass es langsam und ungewöhnlich gleichmäßig geschieht. So bekommen Sie den ursprünglichen Ton zurück:
- Kraftvask bei leichter Verwitterung.
- Demidekk Terrassfix bei ausgeprägter Vergrauung, nur auf unbehandeltem Holz.
- Schleifen bei ungleichmäßiger Verwitterung.
Lassen Sie das Holz danach 1 bis 2 Tage trocknen, denn Accoya nimmt wenig Feuchtigkeit auf und ist schnell wieder so weit. Möchten Sie umgekehrt die natürliche graue Optik behalten, ist das ebenfalls möglich: Das Holz darf unbehandelt bleiben, seine Dauerhaftigkeit ändert sich dadurch nicht, nur das Erscheinungsbild. Prüfen Sie in dem Fall die Garantiebedingungen Ihres Lieferanten.
Welche Jotun-Systeme kommen auf Accoya zum Einsatz?
Diese Jotun-Systeme werden in der Praxis häufig auf Accoya angewendet:
- Tregrunning Klar: die transparente Grundierung für rohes, nicht modifiziertes Holz. Auf Accoya brauchen Sie sie nicht.
- Drygolin Vindu og Dør: pigmentierte Grundierung unter hellen Farbtönen.
- Demidekk Cleantech: deckender Decklack mit Seidenglanz.
- Demidekk Infinity Pure Matt: deckender matter Decklack.
- Demidekk Infinity Details: deckend für Fensterrahmen und Türen.
- Trebitt Woodcare: halbdeckend, mit sichtbarer Maserung.
Der Hersteller des Holzes veröffentlicht Listen geprüfter Beschichtungssysteme. Prüfen Sie bei Projekten mit langer Garantiedauer die aktuelle Liste auf accoya.com oder bei Ihrem Lieferanten.
Wie viel Farbe oder Lasur benötige ich pro Quadratmeter?
Sägeraues Holz nimmt mehr Produkt auf als gehobeltes. Das sind die Richtwerte aus den technischen Datenblättern von Jotun:
| Produkt | Gehobeltes Holz | Sägeraues Holz |
|---|---|---|
| Tregrunning Klar (nur auf nicht modifiziertem Holz) | 12–16 m²/L | 4–7 m²/L |
| Drygolin Vindu og Dør (1 Schicht) | 10–16 m²/L | 5–8 m²/L |
| Trebitt Woodcare (pro Schicht) | 5–10 m²/L, oberer Bereich | 5–10 m²/L, unterer Bereich |
| Demidekk Cleantech (pro Schicht) | 10–12 m²/L | 7–10 m²/L |
Für Trebitt Woodcare nennt das Datenblatt nur einen einzigen Bereich von 5 bis 10 m²/L, ohne Trennung nach Oberfläche: Auf gehobeltem Holz liegen Sie am oberen Ende, auf sägerauem am unteren. Accoya nimmt insgesamt weniger auf als Weichholz, deshalb fällt der Verbrauch etwas günstiger aus: Auf rohem Accoya genügen bei der ersten Schicht etwa 5 bis 10 % Mehrverbrauch, gegenüber 15 bis 20 % bei Weichholz. Rechnen Sie die erste Schicht mit dem niedrigsten Wert der Spanne und die folgenden mit dem höchsten.
Häufigste Fehler, Wartung und die lange Holzgarantie
Häufigste Fehler
- Accoya trotzdem grundieren. Modifiziertes Holz bekommt keine Imprägniergrundierung, das kostet nur Geld und setzt die Oberfläche zu.
- A2 statt A4 Edelstahl verwenden. Auf Accoya ist A4 Pflicht, auch im Binnenland.
- Die Hirnholzkanten übersehen. Accoya ist im Kern acetyliert, aber die Schnittflächen brauchen dennoch Schutz.
- Unnötig entfetten oder schleifen. Accoya kommt werkstrocken und gut bearbeitet an, zu grobes Vorgehen stört die Oberfläche eher.
Wartung
- Deckend mit Demidekk: 10 bis 12 Jahre an der Nordseite, 5 bis 6 Jahre an der Südseite.
- Halbdeckend mit Trebitt Woodcare: 3 bis 4 Jahre.
- Öl mit Treolje V: getönt 2 bis 3 Jahre, farblos ist jährliche Arbeit.
Die lange Garantie des Holzherstellers gilt für das Holz selbst, also für Fäulnis und strukturelle Festigkeit; die genauen Bedingungen und Laufzeiten erfahren Sie bei Ihrem Lieferanten. Das Farbsystem hat davon unabhängig seinen eigenen Wartungszyklus. Das Schöne an der Kombination aus Accoya und Jotun: Das Holz überdauert das Farbsystem, sodass Sie bei jeder Wartung noch einen intakten Untergrund vor sich haben.
Passendes System und Beratung für Accoya
Die Produkte, die diese Seite für Accoya empfiehlt, kurz erklärt – und die Fragen, die vor dem ersten Anstrich entscheiden.
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