Anstrichberatung

Eine deckend gestrichene Fassade ist eine geschlossene Farbfläche – vom Holz ist nichts mehr zu sehen. Wer darauf wieder eine Lasur will, musste sie bisher bis aufs Holz abschleifen. Das Renoviersystem geht einen anderen Weg: ein Anstrich Grundierung, darüber zwei Anstriche Lasur. Danach sieht die Wand wieder aus wie lasiertes Holz. Wichtig zu wissen: Sie bekommen die Optik zurück, nicht die Maserung Ihres Holzes.

Von deckend zurück zur Lasur: die Kurzfassung

  • Der Weg zurück ist offen – als Optik. Abschleifen bis aufs Holz ist nicht nötig. Auf die alte, fest sitzende Farbe kommt ein Anstrich Jotaproff, darauf zwei Anstriche Trebitt.
  • Ohne Grundierung geht es nicht. Eine Lasur ist durchsichtig und braucht etwas, in das sie einziehen kann. Auf glatter Farbe bleibt sie als fleckiger Schleier liegen.
  • Drei Anstriche statt zwei. Ein Anstrich Grundierung, zwei Anstriche Lasur. Erst der zweite Lasuranstrich bringt die Schichtdicke, die den Anstrich durch die Jahre trägt.
  • Jotaproff gibt es in vier Ausführungen, für dieses System Renogrund Hell und Renogrund Dunkel. Der Grundton unten entscheidet mit, wie der Lasurton oben herauskommt. Beide wählen Sie zusammen.
  • Was nicht zurückkommt: die Maserung. Sie liegt unter der alten Farbe. Sichtbar bleiben Struktur, Fugen und Sägetextur – und das Farbspiel der Lasur.
Auf dieser Seite
  1. Die Kurzfassung
  2. Das System im Bild
  3. Warum eine Lasur nicht direkt auf deckende Farbe passt
  4. So läuft eine Renovierung ab
  5. Grundton und Lasurton gehören zusammen
  6. Was Sie vorher prüfen
  7. Die drei Produkte für diese Renovierung
  8. Wovon wir abraten
  9. Erst die Probefläche
  10. Häufige Fragen

Das System im Bild

Zuerst die Bausteine auf einem Brett, danach das Ziel an einer ganzen Fassade.

Musterbrett in vier Zonen: alte dunkle Fläche, zwei Grundierungstöne und das Ergebnis in Lasuroptik
Die Bausteine auf einem Brett: oben die alte, dunkle Fläche, darunter zwei der Grundierungstöne, unten das Ergebnis in Lasuroptik. KI-generierte Abbildung.
Holzfassade links ausgeblichen und geschlossen wirkend, rechts wieder mit dem Bild einer Lasur
Das Ziel: Rechts wirkt die Wand wieder wie lasiertes Holz und nicht wie eine geschlossene Farbfläche. Die blauen Rahmen sind unverändert – behandelt wurde nur die Holzfläche. KI-generierte Abbildung.

Warum eine Lasur nicht direkt auf deckende Farbe passt

Deckend und lasierend funktionieren völlig verschieden. Deckende Farbe legt Pigment über das Holz und schließt es. Eine Lasur ist durchsichtig: Licht geht durch sie hindurch, trifft auf Holz und kommt gefärbt zurück. Genau davon lebt eine Lasur.

Auf einer geschlossenen Farbfläche fehlt dieses Holz. Die Lasur legt sich als dünner, ungleichmäßiger Schleier darüber, das Ergebnis wirkt fleckig und flach, und haltbar ist es auch nicht. Für eine echte Lasur muss die alte Farbe deshalb vollständig herunter – mehr dazu unter Holzfarbe oder Lasur? Wenn Ihnen die Optik reicht, gibt es diesen zweiten Weg.

Ein Anstrich Grundierung

Jotaproff ist deckend und wird in einem Holzton gestrichen. Es schließt die alte Farbe und gibt der Lasur eine gleichmäßige Fläche, auf der sie überall gleich wirkt.

Zwei Anstriche Lasur

Trebitt bringt darauf Farbe, Tiefe und UV-Schutz – dieselben zwei Anstriche wie auf jeder anderen Fläche auch.

Das Ergebnis: Lasuroptik

Die Wand wirkt wieder wie lasiertes Holz statt wie eine gestrichene Fläche. Struktur, Fugen und Sägetextur bleiben sichtbar.

So läuft eine Renovierung ab

SchrittWas Sie tunWorauf es ankommt
1. ReinigenFassade waschen, Algen, Staub und Schmutz herunter, gründlich trocknen lassenAuf einer schmutzigen oder feuchten Fläche haftet nichts
2. AnschleifenMatt anschleifen und entstauben, Loses vorher herunternehmenGlänzende Stellen müssen matt werden, sonst rutscht die Grundierung darauf
3. GrundierenEin Anstrich Jotaproff in einem der drei TöneDeckend arbeiten, keine dünnen Stellen – was durchschimmert, sehen Sie später
4. LasierenZwei Anstriche Trebitt im gewünschten FarbtonImmer die ganze Brettlänge in einem Zug, Trockenzeiten nach Datenblatt

Rechnen Sie also mit drei Anstrichen statt zwei. Das ist der Mehraufwand für den Wechsel, und er fällt nur einmal an: Beim nächsten Mal streichen Sie wieder ganz normal zwei Anstriche Lasur.

Grundton und Lasurton gehören zusammen

Zwei Entscheidungen hängen zusammen: der Grundton unten und der Lasurton oben. Jotaproff gibt es in vier Ausführungen, für dieses System Renogrund Hell und Renogrund Dunkel. Weil die Lasur durchsichtig ist, kommt derselbe Trebitt-Ton auf einem anderen Grund spürbar anders heraus. Wählen Sie deshalb beide zusammen, nicht nacheinander.

Für die Lasur nehmen Sie eine filmbildende Trebitt, also eine, die eine dünne Schicht auf der Oberfläche bildet: Trebitt Matt Oljebeis für matt oder Trebitt Holzlasur für seidenglänzend. Trebitt Woodcare gehört nicht in dieses System: Es muss ins Holz einziehen und braucht eine saugende Fläche – und die liefert eine Grundierung gerade nicht.

Für das Lasur-Renoviersystem sind Renogrund Hell und Renogrund Dunkel vorgesehen. Weiß und Unigrau gehören unter deckende Farbtöne. Schreiben Sie uns, welchen Trebitt-Ton Sie im Kopf haben und was aktuell auf Ihrer Fassade steht – dann sagen wir Ihnen, welcher Grundton dazugehört.

Was Sie vorher prüfen

Der neue Aufbau ist nur so fest wie das, worauf er liegt. Vier Prüfungen, alle in einer halben Stunde erledigt:

  • Hält die alte Farbe? Eine Stelle anschleifen, Klebeband fest andrücken und ruckartig abziehen. Kommt Farbe mit, muss die Schicht bis auf gesundes Holz herunter.
  • Blättert oder kreidet es? Alles Lose herunternehmen. Feste Reste dürfen bleiben, sie werden nur matt angeschliffen.
  • Ist es ein leinölhaltiger Altanstrich? Dann muss er immer vollständig herunter. Nicht anschleifen, nicht mattieren – weg. Sonst bilden sich Monate später Blasen.
  • Stimmen die Bedingungen? Holzfeuchte höchstens 18 Prozent, mindestens 5 Grad, nicht in der prallen Sonne, kein Regen in den nächsten Stunden.

Ausführlich steht das alles unter Holz grundieren: ja oder nein?

Die drei Produkte für diese Renovierung

Drei Anstriche, zwei Produkte: ein Anstrich Grundierung, zwei Anstriche Lasur. Grundton und Lasurton wählen Sie zusammen.

Schritt 3 – die Grundierung

Jotaproff Täckande Utegrund – deckende Renovierungsgrundierung auf Wasserbasis, ein Anstrich auf die alte, fest sitzende Farbe. Es gibt sie in vier Ausführungen, für dieses System Renogrund Hell und Renogrund Dunkel; der Grundton entscheidet mit, wie der Lasurton oben herauskommt.

Jotaproff im Shop

Zur Produkterklärung

Schritt 4 – die Lasur, matt

Trebitt Matt Oljebeis – filmbildende Lasur auf Wasserbasis, matt. Zwei Anstriche im gewünschten Farbton.

Trebitt Matt Oljebeis im Shop

Zur Produkterklärung

Schritt 4 – die Lasur, seidenglänzend

Trebitt Holzlasur – filmbildende Lasur auf Lösemittelbasis. Dieselbe Reihenfolge, nur nicht matt.

Trebitt Holzlasur im Shop

Trebitt Woodcare gehört ausdrücklich nicht in dieses System: Es muss ins Holz einziehen und braucht eine saugende Fläche, und die liefert eine Grundierung gerade nicht.

Wovon wir abraten

  • Lasur direkt auf die deckende Farbe. Ohne Grundierung wird das ein fleckiger Schleier statt einer Lasur – und halten wird er auch nicht. Das ist der häufigste Fehlversuch in dieser Richtung.
  • Die Grundierung dünn auftragen, um Material zu sparen. Jede Stelle, an der die alte Farbe durchschimmert, steht am Ende auch in der Lasur.
  • Trebitt Woodcare über die Grundierung. Es braucht eine saugende Fläche. Auf einer Grundierung bleibt es oben liegen und trocknet klebrig auf.
  • Auf einer losen Altschicht arbeiten. Was heute noch hängt, nimmt in zwei Jahren den neuen Aufbau mit.
  • Echte Maserung erwarten. Das System gibt das Bild einer Lasur. Wer die Zeichnung des Holzes selbst zurückwill, kommt daran nur über vollständiges Abschleifen bis aufs Holz – siehe Maserung erhalten oder überdecken?

Erst die Probefläche

Bauen Sie das System einmal an einer unauffälligen Ecke auf: reinigen, anschleifen, ein Anstrich Grundierung, zwei Anstriche Lasur. Beurteilen Sie trocken, bei Tageslicht und senkrecht. Hier entscheidet die Kombination aus Grundierung und Lasur, und die sehen Sie erst, wenn beide drauf sind – ein Blick auf die Farbkarte reicht diesmal weniger weit als sonst.

Häufige Fragen

Kann ich deckende Holzfarbe mit einer Lasur überstreichen?

Direkt nicht, mit drei Anstrichen schon. Auf einer geschlossenen Farbfläche hat eine Lasur nichts, wo sie einziehen kann; sie bleibt als fleckiger Schleier liegen. Mit dem Renoviersystem geht es doch: ein Anstrich Jotaproff als Grund, darauf zwei Anstriche Trebitt.

Muss die alte deckende Farbe herunter?

Nur was lose ist. Fest sitzende Altanstriche bleiben liegen, sie werden gereinigt und matt angeschliffen. Eine Ausnahme sind leinölhaltige Altanstriche: Die müssen immer vollständig herunter, sonst bilden sich Monate später Blasen.

Kommt die Maserung meines Holzes zurück?

Nein. Sie liegt unter der alten Farbe und unter der neuen Grundierung. Sichtbar bleiben die Struktur der Bretter, die Fugen und die Sägetextur. Das Ergebnis ist Lasuroptik, keine echte Transparenz.

Was ist der Unterschied zwischen Lasuroptik und einer echten Lasur?

Eine echte Lasur ist durchsichtig: Was Sie sehen, ist Ihr Holz plus Farbe. Bei der Lasuroptik liegt darunter eine deckende Grundierung. Tiefe und Farbspiel kommen aus den beiden Lasuranstrichen, nicht aus dem Holz.

Wie viele Anstriche brauche ich insgesamt?

Drei: ein Anstrich Jotaproff und zwei Anstriche Trebitt. Die zwei Lasuranstriche sind kein Extra – erst der zweite bringt die Schichtdicke, die den Anstrich durch die nächsten Jahre trägt.

Kann ich eine alte Lasur einfach überstreichen?

Wenn sie fest sitzt und Sie im selben oder in einem dunkleren Ton bleiben: ja. Reinigen, matt anschleifen, entstauben, zwei Anstriche – eine Grundierung brauchen Sie dafür nicht. Das Renoviersystem brauchen Sie erst, wenn eine deckende Fläche wieder wie eine Lasur aussehen soll.

Welche Trebitt-Lasur passt auf die Grundierung?

Eine filmbildende: Trebitt Matt Oljebeis für matt oder Trebitt Holzlasur für seidenglänzend. Trebitt Woodcare gehört nicht in dieses System, denn es muss ins Holz einziehen und braucht eine saugende Fläche. Über einer Grundierung kann es das nicht.

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Welche Grundierung kommt auf alte deckende Farbe?

Jotaproff Täckande Utegrund, ein Anstrich, deckend gearbeitet. Es ist die Renovierungsgrundierung für bereits beschichtete Flächen, und es gibt sie in vier Ausführungen, für dieses System Renogrund Hell und Renogrund Dunkel – der Grundton unten entscheidet mit, wie der Lasurton oben herauskommt, also wählen Sie beide zusammen. Eine transparente Grundierung wie Tregrunning Klar ist hier falsch: die braucht saugendes Holz, und eine geschlossene Farbfläche saugt nicht.

Wie lange muss die Grundierung trocknen, bevor die Lasur kommt?

Sechs Stunden. Jotaproff ist nach rund 4 Stunden trocken und nach 6 Stunden überstreichbar; der zweite Wert ist der, auf den es ankommt. Streichen Sie erst über, wenn nichts mehr klebt. Unter 5 °C verlängern sich die Zeiten deutlich, und über 18 Prozent Holzfeuchte fangen Sie gar nicht erst an.

Alle Holzfarben und Holzlasuren im Shop

Unsere Beratung bleibt eine Empfehlung. Geschmäcker sind verschieden, und Situation, Material, Umgebung und Anwendung können zu einem anderen Erscheinungsbild führen. Legen Sie deshalb immer eine Probefläche an. Aus dieser Beratung lassen sich keine Rechte ableiten: wir begleiten, Sie entscheiden.