Häufig gestellte Fragen – Kiefer behandeln
Kiefer (Pinus sylvestris) ist zusammen mit Fichte eine der meistverwendeten Weichholzarten. Sie finden sie bei Gartenhäusern, Blockhütten, Zäunen, Terrassendielen, Pergolen, Gartenmöbeln und im Innenausbau. Das Holz ist beliebt wegen seiner hellen, lichtbraunen Farbe, der einfachen Verarbeitung und des günstigen Preises. Möchten Sie lange Freude daran haben, dann ist Kiefer kein Holz, das Sie anbringen und danach vergessen: Es ist voller Äste (oft lose), das darin enthaltene Harz sorgt regelmäßig für Harzaustritt, und unbehandelt verwittert Kiefer im Außenbereich innerhalb von 5 bis 10 Jahren.
Nachfolgend finden Sie 13 Fragen, die uns in der Praxis häufig gestellt werden, jeweils mit einem konkreten Jotun-System, den Verbrauchswerten und den praktischen Hinweisen.
Warum muss ich Kiefer behandeln?
Kiefer hat von Natur aus eine niedrige Dauerhaftigkeitsklasse: Klasse 4 oder 5 bei den meisten Handelssorten. Unbehandelt verwittert das Holz im Außenbereich innerhalb von 5 bis 10 Jahren durch Schimmel, Bläuepilz und oberflächliche Fäulnis. Für eine Blockhütte, einen Schuppen oder einen Zaun, den Sie länger als ein paar Saisons schön halten möchten, ist eine Behandlung daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Ein gut gewähltes Jotun-System verlängert die Lebensdauer auf 20 bis 30 Jahre und bewahrt die helle Farbe. Ohne diese Behandlung verrottet ein Kiefernzaun oft schneller als die Pfosten, die ihn tragen.
Was unterscheidet Kiefer von Douglas oder Fichte beim Streichen?
Es gibt drei Unterschiede:
- Die meisten Äste der gängigen Weichholzarten. Kiefer hat viele Äste, die häufiger lose sitzen als bei Fichte, was unter der Farbe zu lokalen Ausfällen führen kann.
- Das Harz sitzt vor allem in den Ästen. Anders als bei Douglas, wo es sich auch im übrigen Holz befindet. Harzaustritt tritt dadurch vor allem punktuell auf, rund um die Äste, und darauf richten Sie die Vorbehandlung entsprechend aus.
- Kiefer verrottet schnell bei Bodenkontakt. Pfosten und die Unterkanten von Zäunen benötigen daher besondere Aufmerksamkeit für die Hirnholzenden und den Übergang zum Boden.
Pluspunkt: Kiefer nimmt Farbe und Lasur gleichmäßiger auf als Douglas oder Lärche, da das Holz weniger fetthaltig ist.
Unbehandelte oder imprägnierte Kiefer: Unterscheidet sich die Behandlung?
Ja, und zwar erheblich.
Unbehandelte Kiefer ist sauberes, blankes Holz. Sie folgen der Standardempfehlung: reinigen, schleifen, grundieren und beschichten.
Imprägnierte Kiefer wird unter Vakuum oder Druck mit einer Salzlösung behandelt und ist oft grün oder braun gefärbt. Dieses Holz kommt feucht aus dem Verfahren und muss zunächst 3 bis 6 Monate trocknen, bis unter 18% Feuchtigkeitsgehalt, bevor Sie streichen. Spülen Sie es vor der ersten Behandlung leicht ab, um Rückstände von der Oberfläche zu entfernen. Imprägnierte Kiefer ist bereits gegen Schimmel und Fäulnis geschützt, hat aber keinen UV-Schutz und keine wasserabweisende Schicht. Dafür sorgen Sie selbst mit Ihrer Lasur, Ihrem Öl oder Ihrer Farbe.
Was tue ich gegen Harzaustritt aus Ästen?
Bei Kiefer ist dies der wichtigste Punkt. So gehen Sie vor:
- Entfernen Sie das Harz mit einem Spachtel, sobald es an die Oberfläche tritt.
- Entfetten Sie die Rückstände mit Verdünner oder Terpentin.
- Tragen Sie auf allen Ästen punktuell einen Astlack auf Schellackbasis auf. Schellack schließt Harz besser ab als eine gewöhnliche Grundierung.
- Tragen Sie danach Ihre Jotun-Grundierung auf (Tregrunning Klar oder Drygolin Vindu og Dør) und Ihren Decklack.
Frische Kiefer kann 6 bis 9 Monate lang Harz absondern, besonders im Sommer. Warten Sie nicht endlos, sondern planen Sie größere Anstricharbeiten möglichst außerhalb des Hochsommers.
Öl, Lasur oder deckend: Welche Beschichtung passt am besten?
Sie wählen aus drei Beschichtungsarten, die bei Kiefer jeweils eine eigene Nuance haben:
- Öl
Bei Kiefer ist Öl weniger gebräuchlich, da es die natürliche Farbe nicht vor Vergrauung schützt. Innen ist es hervorragend geeignet, außen bietet es meist zu wenig UV-Schutz. - Halbdeckende Lasur
Trebitt Woodcare ist Imprägnierung und Beschichtung in einem, mit Wartung nach 4 bis 6 Jahren. Sie tragen 3 Schichten auf, die erste verdünnt. Für Blockhütten und Schuppen, bei denen die Maserung sichtbar bleiben soll, ist dies der Favorit. Beliebte Farben sind JS3 Naturel Holzfarbe, 623 Teak und klassische skandinavische Töne wie Staverngul (Ocker) oder Falu Röd. - Deckende Farbe
Demidekk Cleantech ist die beste Wahl für Zäune, Garagentore oder eine Fassade, die 10 Jahre lang dieselbe Farbe behalten soll. Möchten Sie Weiß oder einen hellen Farbton? Verwenden Sie dann Drygolin Vindu og Dør als pigmentierte Grundierung.
Brauche ich eine Grundierung für Kiefer?
- Halbdeckende Lasur
Trebitt Woodcare benötigt keine separate Grundierung; die Lasur ist selbst das Imprägniermittel. Die erste Schicht verdünnen Sie um 10 bis 15%. - Öl
Treolje V benötigt keine Grundierung. - Deckend in einem dunklen oder mittleren Farbton
Verwenden Sie Tregrunning Klar. - Deckend in Weiß oder einem hellen Farbton
Verwenden Sie Drygolin Vindu og Dør, eine pigmentierte Grundierung auf Alkydbasis.
Speziell bei Kiefer gilt: Auch unter Trebitt empfehlen wir auf den Ästen dringend einen punktuellen Astlack auf Schellackbasis. Das ist im Grunde eine zusätzliche Grundierschicht genau dort, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Wie streiche ich Kiefer rundum – vor oder nach der Montage?
Gerade bei Terrassendielen, Schattenprofilen und Rabattbrettern ist die allseitige Behandlung vor der Montage der Standard:
- Vor der Montage: 1 Schicht Tregrunning Klar und 1 Schicht Lasur oder Farbe auf allen sechs Seiten.
- Nach der Montage: noch 1 oder 2 Schichten auf der Sichtseite.
Stehen Zaunbretter im Boden? Behandeln Sie die untere Hirnholzseite dann mit 3 bis 4 Schichten Tregrunning Klar nass in nass, und erwägen Sie, diese Unterkante zu tauchen (5 bis 10 Minuten in einem Behälter mit Imprägniermittel). Der Übergang von Boden zu Luft ist die schwächste Stelle jedes Kiefernpfostens.
Was mache ich mit den Hirnholzenden?
Bei Kiefer gilt dieselbe Regel wie bei jeder Holzart, doch aufgrund der niedrigen Dauerhaftigkeitsklasse ist sie hier besonders wichtig: 3 bis 4 Schichten Tregrunning Klar nass in nass. Haben Zaun- oder Pergola-Unterkanten Kontakt mit Boden oder Beton? Dann verlängert ein zusätzlicher Tauchgang im Imprägniermittel die Lebensdauer erheblich. Behandeln Sie auch jedes frische Hirnholzende, das Sie nach der Montage sägen, zum Beispiel beim Ablängen oder auf Gehrung, und schieben Sie das nicht auf.
Welcher Feuchtigkeitsgehalt vor dem Streichen?
Für Außenanstriche gilt: maximal 18% Holzfeuchte. Imprägnierte Kiefer wird oft mit 25 bis 30% Feuchtigkeit geliefert, lassen Sie diese also zunächst 3 bis 6 Monate trocknen, bevor Sie behandeln. Unbehandelte Kiefer aus einem trockenen Schuppen liegt meist schon bei 12 bis 16%, messen Sie aber immer nach. Achten Sie außerdem auf die Vorgaben von Jotun: Die Oberflächentemperatur beträgt mindestens +5 °C und liegt mindestens 3 °C über dem Taupunkt, die relative Luftfeuchtigkeit bleibt unter 85% und innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach dem Auftragen ist kein Regen vorhergesagt.
Verfärbte oder vergraute Kiefer auffrischen?
Ja, Sie haben drei Möglichkeiten:
- Reinigen mit Jotun Kraftvask
Bei leichter Verfärbung. - Reinigen mit Demidekk Terrassfix
Bei ausgeprägter Vergrauung. Verwenden Sie dies nur auf vergrautem Holz, nicht auf Bereichen, die noch gut aussehen. - Schleifen mit Körnung 80 bis 120
Bei ungleichmäßiger Verwitterung.
Lassen Sie das Holz danach 2 bis 3 Tage trocknen, bis unter 18% Feuchtigkeitsgehalt. Möchten Sie alte Lasurreste entfernen? Dann funktioniert Schleifen meist besser als ein chemischer Entferner.
Welches Jotun-System ist Standard für Kiefer?
Dies sind die drei am häufigsten nachgefragten Aufbauten für Kiefer:
- Zaun oder Pergola, halbdeckend (4 bis 6 Jahre)
Reinigen Sie mit Jotun Kraftvask und tragen Sie 3 Schichten Trebitt Woodcare in der gewünschten Farbe auf, die erste verdünnt. Die Unterkante, die in den Boden kommt, tauchen Sie zusätzlich. - Blockhütte oder Schuppen (skandinavischer Stil)
Reinigen Sie mit Jotun Kraftvask und tragen Sie 3 Schichten Trebitt Woodcare in Falu Röd, Staverngul oder einer anderen Jotun-Farbe auf, die erste verdünnt. - Gartenhaus mit deckender Beschichtung (10 bis 12 Jahre)
Reinigen Sie mit Jotun Kraftvask, schleifen Sie und behandeln Sie die Äste mit Astlack. Tragen Sie danach Tregrunning Klar als Grundierung auf (oder Drygolin Vindu og Dør bei Weiß), gefolgt von 2 bis 3 Schichten Demidekk Cleantech oder Demidekk Infinity Pure Matt.
Wie viel Farbe oder Lasur brauche ich pro Quadratmeter?
Der Verbrauch hängt vor allem von der Holzoberfläche ab: Rau gesägtes Holz nimmt deutlich mehr auf als gehobeltes Holz. Dies sind die Richtwerte aus den technischen Informationen von Jotun:
| Produkt | Gehobelte Kiefer | Rau gesägte Kiefer |
|---|---|---|
| Tregrunning Klar (1 Schicht) | 10-14 m²/L | 5-7 m²/L |
| Trebitt Woodcare (pro Schicht) | 10-12 m²/L | 6-8 m²/L |
| Demidekk Cleantech (pro Schicht) | 10-12 m²/L | 7-10 m²/L |
Berücksichtigen Sie in der Praxis noch ein paar zusätzliche Punkte:
- Bei blanker Kiefer verbrauchen Sie bei der ersten Schicht 15 bis 20% mehr, als die Tabelle angibt.
- Bei astreichen Brettern rechnen Sie etwa 10% zusätzlich, für den Astlack.
- Hirnholzenden (3 bis 4 Schichten) rechnen Sie separat.
Was sind die häufigsten Fehler bei Kiefer?
Dies sind die Fehler, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen:
- Imprägnierte Kiefer direkt streichen. Das Holz ist dann noch viel zu feucht. Lassen Sie es 3 bis 6 Monate trocknen, bevor Sie behandeln.
- Äste für später aufheben. Harz tritt garantiert wieder durch. Tragen Sie vor dem Decklack punktuell einen Astlack auf Schellackbasis auf.
- Zaunpfosten in den Boden setzen, ohne die Hirnholzseite zu behandeln. Dort beginnt bei nahezu jedem Zaun die Fäulnis.
- Eine wasserbasierte Grundierung auf verharzten Stellen verwenden. Die Haftung fällt schon innerhalb einer Saison ab. Tregrunning Klar oder Drygolin Vindu og Dør (auf Terpentinbasis) ist der richtige Weg.
- Zu lange mit der ersten Behandlung nach dem Bau warten. Frische Kiefer, die 3 Monate ungeschützt in Regen und Sonne steht, weist bereits mikroskopisch kleine Risse auf, die die Farbaufnahme beeinträchtigen.
- Vor der Montage nur die Vorderseite behandeln. Allseitiges Imprägnieren macht bei der Lebensdauer einen erheblichen Unterschied.
Persönliche Beratung
Sind Sie unsicher, welches Jotun-System am besten zu Ihrer Kiefer passt? Senden Sie uns gerne ein Foto Ihres Holzwerks per WhatsApp oder E-Mail. Geben Sie dabei die Quadratmeterzahl und die gewünschte Farbe an. Sie erhalten innerhalb eines Werktags eine klare Empfehlung mit den passenden Produkten und dem erwarteten Verbrauch. Möchten Sie lieber direkt loslegen? Dann bestellen Sie einfach in unserem Webshop.
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