Fichte (Picea abies, auch Rotfichte oder Gemeine Fichte genannt) ist eine der meistverwendeten Nadelholzarten im Bauwesen. Sie finden sie in klassischer Fassadenverkleidung, Fensterrahmen, Blockhütten, Schuppen, Gartenhäusern, Innenböden und als Konstruktionsholz. Sie ist hell gefärbt, behält ihre Form gut und lässt sich angenehm verarbeiten, ist im Außenbereich jedoch von Natur aus nicht dauerhaft (Klasse 5, die niedrigste Klasse). Möchten Sie länger als ein paar Saisons Freude daran haben, ist eine Behandlung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Zudem hat Fichte, genau wie Kiefer, viele Äste mit Harz, und bei imprägnierter Fichte kommen noch ein paar besondere Regeln hinzu.

Nachfolgend finden Sie 13 Fragen, die uns in der Praxis häufig gestellt werden, jeweils mit einem konkreten Jotun-System, den Verbrauchswerten und einer kurzen Erklärung, warum etwas so funktioniert.

 

Warum muss ich Fichte behandeln?

Fichte fällt in die Dauerhaftigkeitsklasse 5, die niedrigste, die es gibt. Lassen Sie sie unbehandelt im Außenbereich stehen, beginnt sie oft schon innerhalb von 1 bis 3 Jahren zu verrotten, vor allem an feuchten Stellen und an den Hirnholzenden (den gesägten Enden eines Brettes). Schimmel und Bläuepilz befallen das Holz schnell, und die helle, hellbraune Farbe schlägt innerhalb einer Saison in einen grauen Ton um. Bei klassischer Fassadenverkleidung, wie den bekannten rot, ockerfarben oder weiß gestrichenen skandinavischen Häusern, ist deckendes Streichen daher keine Geschmacksfrage: Es ist die Methode, mit der Fichte 30 Jahre oder länger hält.

 

Was ist der Unterschied zwischen Fichte und Kiefer?

Beide sind Nadelhölzer aus Nordeuropa, es gibt jedoch Unterschiede:

  • Fichte (Picea abies) ist etwas heller in der Farbe, hat eine feinere Maserung und wächst etwas schneller. Dadurch verteilen sich mehr Äste über das Brett, während das Holz selbst weniger Harz enthält als Kiefer.
  • Kiefer (Pinus sylvestris) ist etwas dichter, zeigt einen deutlicheren Farbunterschied zwischen Kern- und Splintholz und bündelt das Harz stärker in den Ästen.

Für das Streichen macht das in der Praxis wenig Unterschied: Die Empfehlung ist größtenteils dieselbe. Möchten Sie eine klassische skandinavische Fassade in einer deckenden Farbe, ist Fichte die traditionelle Wahl.

 

Was tue ich gegen Harzaustritt aus Ästen?

Harzaustritt ist Harz, das aus den Ästen an die Oberfläche tritt und durch Ihre Farbschicht durchschlagen kann. Sie gehen dagegen in ein paar Schritten vor:

  • Entfernen Sie das Harz mit einem Spachtel.
  • Entfetten Sie die Rückstände mit Verdünner.
  • Tragen Sie auf alle Äste punktuell einen Astlack auf Schellackbasis auf. Schellack schließt Harz besser ab als eine gewöhnliche Grundierung.
  • Arbeiten Sie danach mit einer Jotun-Grundierung weiter (Tregrunning Klar of Drygolin Vindu og Dør) und dem Decklack.

Fichte gibt meist etwas weniger Harz ab als Kiefer, doch bei deckenden Anstrichen in hellen Farben ist Schellack auf den Ästen fast unverzichtbar. Überspringen Sie diesen Schritt, zeigen sich nach ein oder zwei Sommern gelbe Ringe.

 

Unbehandelte oder imprägnierte Fichte: behandle ich das anders?

Unbehandelte Fichte folgt der Standardempfehlung: reinigen, schleifen, grundieren und beschichten.

Imprägnierte Fichte (oft grün oder braun gefärbt) erfordert zunächst Geduld. Lassen Sie das Holz 3 bis 6 Monate trocknen, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter 18 % liegt, und spülen Sie Oberflächenreste ab. Die Imprägnierung schützt das Holz bereits gegen Schimmel und Fäulnis, bietet an der Außenseite jedoch keinen Schutz gegen UV-Strahlung und Feuchtigkeit. Das übernimmt Ihre Lasur, Ihr Öl oder Ihre Farbe.

 

Klassische skandinavische Fassaden (Falu Röd, Ocker): welches Jotun-System?

Die klassischen roten, gelben und weißen skandinavischen Fassaden gehören zu einer der ältesten Anstrichtraditionen der Welt. Für Fichte gibt es zwei passende Wege:

Halbdeckend und skandinavisch (4 bis 6 Jahre):
Tragen Sie 3 Schichten Trebitt Woodcare in einem skandinavischen Farbton auf, zum Beispiel Falu Röd (das bekannte norwegische Rot) oder Staverngul (ein typischer Ockerton). Die erste Schicht verdünnen Sie mit 10 bis 15 %.

Deckend und langlebig (10 bis 12 Jahre):
Beginnen Sie mit Tregrunning Klar und schließen Sie mit 2 bis 3 Schichten Demidekk Cleantech of Demidekk Infinity Pure Matt in der Farbe Ihrer Wahl ab. Streichen Sie weiß oder in einer hellen Farbe, verwenden Sie Drygolin Vindu og Dør als Grundierung.

 

Öl, Lasur oder deckend für Fichtenholz?

Für Fichte wählen Sie grob zwischen drei Beschichtungsarten:

  • Öl ist im Außenbereich selten die beste Wahl: Es bietet zu wenig UV-Schutz für Holz der Klasse 5. Im Innenbereich, auf Möbeln und Vertäfelungen, eignet sich Treolje V hingegen bestens.
  • Halbdeckend mit Trebitt Woodcare ist der Favorit für Blockhütten und Schuppen, bei denen die Holzmaserung sichtbar bleiben soll. Nachbehandlung nach 4 bis 6 Jahren.
  • Deckend mit Demidekk Cleantech oder Demidekk Infinity Pure Matt ist die beste Wahl für Fassaden, Garagentore und alles, wo eine lange Standzeit wichtiger ist als der Blick auf die Maserung. Nachbehandlung nach 10 bis 12 Jahren.

 

Benötige ich eine Grundierung für Fichte?

Ob Sie eine Grundierung benötigen, hängt von Ihrer Beschichtung ab:

  • Trebitt Woodcare: keine separate Grundierung nötig, es ist ein 2-in-1-Produkt (Imprägnieren und Beschichten in einem).
  • Treolje V (Öl): keine Grundierung nötig.
  • Deckendes Demidekk in einem dunklen oder mittleren Farbton: verwenden Sie Tregrunning Klar.
  • Deckendes Demidekk in Weiß oder einer hellen Farbe: verwenden Sie Drygolin Vindu og Dør.

Auf den Ästen tragen Sie immer punktuell einen Astlack auf Schellackbasis auf, unabhängig davon, für welches System Sie sich entscheiden.

 

Behandle ich Fichte rundum, vor oder nach der Montage?

Bei Fassadenverkleidung und Blockhüttenteilen ist es üblich, das Holz vor der Montage rundum zu behandeln:

  • Vor der Montage: 1 Schicht Tregrunning Klar und 1 Schicht Lasur oder Farbe auf allen Seiten.
  • Nach der Montage: noch 1 bis 2 Schichten auf der Sichtseite.

So verhindern Sie, dass sich das Brett verzieht, und wenn das Holz schwindet, bleiben keine ungestrichenen Fugen sichtbar. Bei Rhombusprofilen (Fassadenbrettern, die sich teilweise überlappen) achten Sie besonders auf die Oberkante, da sich dort Wasser sammelt.

 

Fensterrahmen aus Fichte oder Fassadenverkleidung: andere Vorgehensweise?

Fassadenverkleidung: Wählen Sie Demidekk Cleantech (seidenglänzend) oder Demidekk Infinity Pure Matt (matt) für die längste Standzeit, oder Trebitt Woodcare, wenn Sie halbdeckend arbeiten möchten.

Fensterrahmen:Demidekk Infinity Details wurde speziell für Fenster und Türen entwickelt. Die Farbe trocknet schneller (nach 2 Stunden überstreichbar), klebt nicht an Gummidichtungen und ist stoßfest. Verwenden Sie Drygolin Vindu og Dør als Grundierung, insbesondere bei Weiß oder einer hellen Farbe, und schließen Sie mit 2 bis 3 Schichten ab.

 

Hirnholzenden und Feuchtigkeitsgehalt vor dem Streichen

Hirnholzenden: Tragen Sie hier 3 bis 4 Schichten Tregrunning Klar nass in nass auf. Bei Zäunen und Fassaden mit Bodenkontakt tauchen Sie die Enden vorzugsweise in ein Imprägniermittel.

Feuchtigkeitsgehalt: Halten Sie für Außenanstriche maximal 18 % ein. Imprägnierte Fichte liegt bei Lieferung oft noch bei 25 bis 30 %, warten Sie also mindestens 3 Monate, bis sie trocken genug ist. Messen Sie immer mit einem Feuchtigkeitsmesser, auch an Stellen, die Sie später nicht mehr sehen.

 

Vergraute oder beschädigte Fichte instand setzen?

Sie haben drei Möglichkeiten, von mild bis kräftiger:

Steht Ihre Fichte schon jahrelang unbehandelt im Freien, ist oft eine Kombination aus leichtem Schleifen und Reinigen nötig. Lassen Sie das Holz danach 2 bis 3 Tage trocknen, bis es unter 18 % Feuchtigkeitsgehalt liegt.

 

Welches Jotun-System verwende ich standardmäßig für Fichtenholz?

Dies sind die drei am häufigsten nachgefragten Aufbauten. Welcher passt, hängt von der gewünschten Optik und dem Pflegeaufwand ab, den Sie leisten möchten.

 

Wie viel Farbe oder Lasur benötige ich, und was sind die häufigsten Fehler?

Wie viel Sie benötigen, hängt vor allem von der Holzoberfläche ab: sägeraues Holz nimmt deutlich mehr auf als gehobeltes Holz. Dies sind die Richtwerte aus den technischen Informationen von Jotun:

ProduktGehobeltes HolzSägeraues Holz
Tregrunning Klar (1 Schicht)10-16 m²/L4-7 m²/L
Trebitt Woodcare (pro Schicht)10-12 m²/L6-8 m²/L
Demidekk Cleantech (pro Schicht)10-12 m²/L7-10 m²/L
Demidekk Infinity Pure Matt (pro Schicht)10-12 m²/L7-10 m²/L

Berücksichtigen Sie in der Praxis zwei Dinge:

  • Auf kahler Fichte verbrauchen Sie bei der ersten Schicht oft 15 bis 20 % mehr, als die Tabelle angibt.
  • Hirnholzenden rechnen Sie separat: Diese benötigen 3- bis 4-mal so viel Produkt, um gut gesättigt zu werden.

Häufigste Fehler

  • Imprägnierte Fichte zu früh streichen, während sie noch zu nass ist.
  • Die Äste unter einer hellen Farbe nicht mit Schellack vorbehandeln. Dann zeigen sich bereits nach einem Sommer gelbe Ringe.
  • Eine wasserbasierte Grundierung auf kahlen, astreichen Brettern verwenden.
  • Nur die Sichtseite behandeln, wodurch sich das Holz verzieht.
  • Zu lange mit der Erstbehandlung von neuer, ungeschützter Fichte warten. Beginnen Sie vorzugsweise innerhalb von 6 bis 8 Wochen nach der Montage.

 

Persönliche Beratung

Sind Sie unsicher, welches Jotun-System am besten zu Ihrer Fichte passt? Senden Sie uns gerne ein Foto Ihres Holzwerks per WhatsApp oder E-Mail. Geben Sie dabei die Quadratmeterzahl und die gewünschte Farbe an. Sie erhalten innerhalb eines Werktags eine klare Beratung mit den passenden Produkten und dem erwarteten Verbrauch. Möchten Sie lieber direkt loslegen? Bestellen Sie dann ganz einfach in unserem Webshop.